BIH Clinical Fellows

1.    Förderziel
BIH Clinical Fellows sind erfahrene und in der Patientenversorgung besonders leistungsstarke Oberärztinnen und Oberärzte. Die Stiftung Charité fördert mit dem Programm Ideen, die durch das klinische Engagement inspiriert sind und einen Mehrwert für die individuelle Tätigkeit als Oberärztin oder Oberarzt versprechen. Mit der Förderung sollen erfahrenen Klinikerinnen und Klinikern geschützte Zeiten eingeräumt werden, die ansonsten im klinischen Versorgungsalltag nicht vorhanden sind und nicht mittels anderer Drittmittelfinanzierungen realisierbar wären.
Förderungswürdig sind grundsätzlich wissenschaftliche Vorhaben in den folgenden Dimensionen:

  • Wissensaneignung/eigene Weiterbildungen (z. B. Besuch von gezielten klinisch-wissenschaftlichen Weiterbildungsangeboten, systematische Teilnahme an akademischen Veranstaltungen oder Maßnahmen zum training on the job),
  • Wissensaustausch mit anderen universitätsmedizinischen Standorten oder relevanten Akteuren des Wissenschafts- und Gesundheitssystems im In- und Ausland (z. B. Hospitationen oder andere Transferprojekte),
  • Wissensvermittlung (z. B. Angebot von akademischen Lehrveranstaltungen oder neuartigen Bildungsformaten, Informationsveranstaltungen für eine breitere Öffentlichkeit, innovative Publikationsprojekte, soweit sie deutlich über die reine Veröffentlichung von wissenschaftlichen Ergebnissen hinausgehen) und
  • wissenschaftliche Projekte, sofern sie einen sehr deutlichen klinischen Anwendungsbezug haben und zudem von Maßnahmen in den obigen Bereichen der eigenen Weiterbildung, des Wissensaustausches oder der Wissensvermittlung flankiert werden.

Reine Forschungsprojekte, darunter auch klinische (Pilot )Studien, werden nicht gefördert. Hier wird auf andere Fördermöglichkeiten, insbesondere der öffentlich finanzierten Drittmittelgeber, verwiesen. Vorhaben hingegen, die entweder nur auf die eigene Weiterbildung oder den Wissensaustausch oder die Wissensvermittlung abzielen, sind explizit erwünscht.

Insgesamt sollen mit dem Programm das Berliner Institut für Gesundheitsforschung (Berlin Institute of Health, kurz: BIH) und seine Leitidee von der translationalen Systemmedizin gestärkt werden. Insbesondere sollen neben forschungsstarken Personen und Projekten die für die Translation gleichermaßen relevanten Leistungsträgerinnen und  träger in der Patientenversorgung unterstützt werden. Hier nehmen Oberärztinnen und Oberärzte eine Schlüsselrolle ein. Für sie existieren abseits der üblichen drittmittelbasierten und forschungsorientierten Instrumente nur wenige gezielte Förderangebote.

Die Stiftung Charité fördert die BIH Clinical Fellows mit Mitteln aus ihrer Privaten Exzellenzinitiative Johanna Quandt.

2.    Förderumfang
Eine oder ein BIH Clinical Fellow erhält eine Förderung im Umfang von insgesamt bis zu 75.000 Euro für eine Gesamtdauer von bis zu 36 Monaten.

Die Fellows dürfen während ihrer Förderung die Bezeichnung „BIH Clinical Fellow“ führen.

3.    Mittelverwendung
Die Förderung kann aus Personal- und Sachmitteln bestehen. Die Personalmittel sollten zumindest teilweise zur Freistellung der oder des Fellows und also zur Finanzierung von klinischem Vertretungspersonal (häufig eine Funktionsoberärztin oder ein Funktionsoberarzt) genutzt werden. Darüber hinaus kann mit den Personalmitteln auch wissenschaftliches oder technisches Personal zur Durchführung des Vorhabens eingestellt werden.

Die Förderung einer oder eines BIH Clinical Fellows durch die Stiftung Charité erfolgt in Form einer Bewilligung an das BIH oder an die Charité – Universitätsmedizin Berlin (Charité) zur Weiterleitung an die oder den BIH Clinical Fellow; die Charité bleibt Arbeitgeberin der mit den Fördermitteln der Stiftung Charité geförderten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und verwaltet die bewilligten Mittel. Zwischen der Stiftung Charité und der oder dem BIH Clinical Fellow bestehen keine vertraglichen Beziehungen.

4.    Antragsberechtigte
Anträge können gestellt werden von Personen, die

  • aktuell an der Charité als Oberärztinnen oder Oberärzte beschäftigt sind (Entgeltgruppe Ä3 oder Ä4 des gültigen Tarifvertrags) und nicht als Funktionsoberärztinnen oder Funktionsoberärzte oder als berufene Universitätsprofessorinnen oder Universitätsprofessoren tätig sind,
  • mindestens fünf Jahre Arbeitserfahrung auf oberärztlichen Niveau nachweisen können (Vertretungszeiten können ggf. angerechnet werden) und
  • derzeit überwiegend Aufgaben in der Patientenversorgung wahrnehmen und nicht durch bereits mit der Charité vereinbarte Freistellungen oder durch anderweitige externe Förderung bereits Aufgaben in Forschung, Lehre oder wissenschaftlichem Transfer in einem signifikanten Ausmaß übernehmen können.

Die jeweilige Leitung der Klinik, in der die Antragstellerin oder der Antragsteller ärztlich tätig ist, muss den Antrag unterstützen und verbindlich zusagen, im Fall der Förderung die Freistellung in der beantragten Art und Weise zu gewährleisten.

5.    Antrag und Bewertungskriterien
Der Antrag besteht aus

  • Angaben zu den eigenen klinischen und wissenschaftlichen Qualifikationen und Erfahrungen (inkl. CV und Publikationsliste),
  • einer Darlegung des eigenen ärztlichen Verantwortungsbereichs in der jeweiligen Klinik und eigener Schwerpunkte in der Patientenversorgung während der letzten fünf Jahre und
  • einer Darstellung des wissenschaftlichen Vorhabens unter besonderer Darlegung seines Mehrwerts für die eigene ärztliche Tätigkeit im jeweils individuellen Versorgungskontext.

Bei der Bewertung des Antrags stehen die klinischen Leistungen der Bewerberin oder des Bewerbers und der zu erwartende Mehrwert des Vorhabens für die ärztliche Tätigkeit im Vordergrund. Die wissenschaftlichen Qualifikationen und Erfahrungen sollen berücksichtigt werden; nicht relevant ist jedoch, wie erfolgreich die Bewerberin oder der Bewerber in den vergangenen Jahren im Rahmen der üblichen Wettbewerbe um Forschungsdrittmittel war.

Die Antragstellung erfolgt unter Verwendung der von der Stiftung Charité zur Verfügung gestellten Antragsformulare.

Bei der Antragstellung und im Falle der Förderung sind die Regeln zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und die ethischen Prinzipien des Rahmenprogramms der Europäischen Union für Forschung und Innovation (Horizon 2020) einschließlich des European Code of Conduct for Research Integrity einzuhalten. Darüber hinaus gelten die Bewilligungsgrundsätze der Stiftung Charité.

6.    Auswahlverfahren
Der Antrag wird an die Stiftung Charité gerichtet. Zu jedem Antrag wird eine Stellungnahme der/des Vorstandsvorsitzenden vom BIH und eine Stellungnahme des Ärztlichen Direktors/der Ärztlichen Direktors der Charité eingeholt. Anschließend wird ein Begutachtungsverfahren durchgeführt. In der Regel erarbeitet eine Auswahlkommission mit erfahrenen Klinikerinnen und Klinikern Förderempfehlungen. Die Förderentscheidung trifft der in der Stiftung Charité für die Private Exzellenzinitiative Johanna Quandt eingesetzte Wissenschaftliche Beirat.

7.    Fristen / Termine

15. Januar 2017

Antragsfrist

Mai/April 2017

Bekanntgabe der Förderentscheidung / Bewilligung

1. Juni 2017

frühestmöglicher Beginn der Förderung

8.    Ansprechpartner
Dr. André Lottmann
Stiftung Charité
Karlplatz 7
10117 Berlin
Telefon: +49 (0)30 450 570 - 586
Telefax: +49 (0)30 450 7570 - 959
E-Mail:   lottmann(at)stiftung-charite.de

 

Fellows

2016

  • Dr. Bettina Temmesfeld-Wollbrück, Charité Antiinfektiva App, Charité
  • Dr. Arend Koch, Identifikation von genetischen Veränderungen und epigenetischen Profilen in Tumoren des zentralen Nervensystems, Charité
  • Dr. Severin Daum, Response-Prädiktion bei Adenokarzinomen des Gastro-Ösophagealen Übergangs oder Magens: Evaluation neuer molekularer Marker mit Hilfe einer Pretest-Kohorte, Charité
  • Dr. Marcus Czabanka, Einfluss der kortikalen Mikrozirkulation auf die zerebrale Revaskularisierung bei zerebrovaskulärer hämodynamischer Insuffizienz, Charité
  • Dr. Dorothee Speiser, Konzeption und Implementierung eines Fortbildungsmoduls zum familiären Brust- und Eierstockkrebs, Charité
  • Dr. Hendrik Seeliger, Laparoskopische und roboter-assistierte Chirurgie von Karzinomen des oberen Gastrointestinaltraks, Charité
  • Prof. Dr. Fabian Knebel, Identifizierung von Prädiktoren für günstiges Outcome nach interventionellem Aortenklap-penersatz (TAVI), Charité
  • Dr. med. Necip Torun, Erstellung einer Datenbank zur Erfassung klinischer, demographischer und biologischer Parameter im Rahmen der lamellären und perforierenden Keratoplastik, Charité

2015

  • Dr. Michael Laule, Klinik für Kardiologie und Angiologie, Charité
  • Dr. Andrej Trampuz, Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Charité

2014

  • PD Dr. Kaven Baeßler, Klinik für Gynäkologie, Charité
  • PD Dr. Christian Bamberg, Klinik für Geburtsmedizin, Charité
  • Prof. Dr. Daniel Baumgart, Medizinische Klinik m.S. Hepatologie und Gastroenterologie, Charité
  • Dr. Christiane Montag, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité
  • PD Dr. Stefan Röpke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité
  • PD Dr. Michael Synowitz, Klinik für Neurochirugie, Charité