BIH Visiting Professors

1.    Präambel
Für den Auf- und Ausbau des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung | Berlin Institute of Health (BIH) ist die Gewinnung von renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von besonderer Bedeutung. Sie setzen mit ihrem jeweiligen Erfahrungshintergrund und ihren neuen Ideen wichtige Impulse bei der Schaffung des gemeinsamen Forschungsraums zwischen der Charité – Universitätsmedizin Berlin (Charité) und dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) und tragen erheblich zur Verwirklichung der Leitidee des BIH von einer translationalen und systemmedizinischen Forschung bei. Die Stiftung Charité bietet bereits diverse Förderangebote zur Gewinnung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für das BIH aus dem Ausland an. BIH Visiting Professors können ebenfalls Gastwissenschaftlerinnen oder Gastwissenschaftler aus dem Ausland sein; sie können allerdings auch aus dem Inland gewonnen werden und somit die nationale Vernetzung des BIH gezielt vorantreiben.

2.    Förderziel
BIH Visiting Professors sind jeweils führend auf einem Gebiet der Lebenswissenschaften1 und kommen für einen vorübergehenden Arbeitsaufenthalt an das BIH und seine beiden Partnereinrichtungen, die Charité – Universitätsmedizin Berlin und das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC). Der Arbeitsaufenthalt sollte nicht bereits zur Durchführung eines konkreten Forschungsvorhabens genutzt werden, sondern der Weiterentwicklung eines vorhandenen oder dem Design eines neuen Forschungsprogramms auf Seiten der Gastgeberin oder des Gastgebers im BIH sowie der oder dem BIH Visiting Professor und ggf. weiteren Partnern oder aber dem Mentoring einer einzelnen Nachwuchswissenschaftlerin oder eines einzelnen Nachwuchswissenschaftlers in der gastgebenden Einheit des BIH dienen. Über die vorübergehende Gasttätigkeit hinaus bauen die BIH Visiting Professors und ihre jeweiligen Gastgeber eine längerfristige Kollaboration zwischen der Heimatinstitution der BIH Visiting Professors und dem BIH auf und erweitern dadurch das Kooperationsnetzwerk des BIH insgesamt.

Die Stiftung Charité fördert die BIH Visiting Professors mit Mitteln aus ihrer Privaten Exzellenz-initiative Johanna Quandt.

Um führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht nur für einen vorübergehenden Gastaufenthalt, sondern für mehrere Jahre mit dem Aufbau einer eigenen Arbeitsgruppe am BIH zu gewinnen, sollte die Möglichkeit zur Einwerbung der von der Stiftung Charité ebenfalls geförderten Einstein BIH Visiting Fellows in Betracht gezogen werden. Einstein BIH Visiting Fellows müssen jedoch – im Unterschied zu den BIH Visiting Professors – zwingend führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland sein.

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1orientiert an der Karrierestufen „R4“ nach der Definition der Europäischen Kommission. Vgl. European Commission: Towards a European Framework for Research Careers. Brüssel 2011. Hyperlink

3.    Förderumfang
Mit den BIH Visiting Professors werden Arbeitsaufenthalte von führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit einer Gesamtdauer von drei bis neun Monaten am BIH gefördert. Die Aufteilung der Gesamtdauer ist grundsätzlich beliebig wählbar. Entscheidend ist, dass die Arbeitsaufenthalte so organisiert werden, dass sie dem Vorhaben dienlich sind. Es kann sich um einen durchgängigen Arbeitsaufenthalt von maximal neun Monaten handeln oder um mehrere Aufenthalte hintereinander. Ein Einzelaufenthalt sollte jedoch nicht kürzer als eine Woche sein und zwischen dem ersten und dem letzten Aufenthalt sollten maximal zwei Jahre liegen. Die Förderung beträgt maximal 10.000 Euro pro Monat (ggf. anteilig) der Gesamtdauer.

Eine Verlängerung der Förderung kann nicht beantragt werden.

Die Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler dürfen während ihres Arbeitsaufenthalts und darüber hinaus die Bezeichnung „BIH Visiting Professor“ führen. Sofern die Voraussetzung dafür erfüllt sind, sollen die BIH Visiting Professors zudem als Gastprofessorinnen und Gastprofessoren im Sinne der landeshochschulrechtlichen Bedingungen in die Charité eingebunden werden.

4.    Mittelverwendung
Für eine/n BIH Visiting Professor können deren/dessen eigene Vergütung während der Zeit des Aufenthalts und Reisemittel (ggf. auch für mitreisende Familienangehörige) beantragt werden.

Die Gastgeberin oder der Gastgeber an der Charité oder am MDC garantiert aus Eigenmitteln die Bereitstellung eines geeigneten Arbeitsplatzes einschließlich der erforderlichen Infrastruktur und Sachmittel.

Die Förderung durch die Stiftung Charité erfolgt in Form eines pauschalisierten Betrages in Höhe von jeweils bis zu 10.000 Euro pro Monat an das BIH. Das BIH bzw. dessen Gastgeberin oder der Gastgeber an der Charité oder am MDC regeln mit der/dem BIH Visiting Professor und ihrer/seiner Heimatinstitution das genaue Verfahren zur Vergütung. Denkbar ist die Fortzahlung der vorhandenen Vergütung an die/den BIH Visiting Professor durch die Heimatinstitution und die Zahlung einer Erstattung an die Heimatinstitution durch das BIH oder eine Beurlaubung der/des BIH Visiting Professor an der Heimatinstitution und die Zahlung einer eigenen Vergütung (z. B. Honorar oder Stipendium) vom BIH an die/den BIH Visiting Professor. Auch die Verwendung der Reisemittel richtet sich nach den Regeln der gastgebenden Institution. Zwischen der Stiftung Charité und der/dem BIH Visiting Professor werden keine vertraglichen Beziehungen aufgenommen. Alle notwendigen Verabredungen sind zwischen dem BIH bzw. dessen Gastgeberin oder Gastgeber an der Charité oder am MDC einerseits und der/dem BIH Visiting Fellow andererseits unmittelbar zu treffen.

Die Vergütung soll in Anlehnung an die Personalmittelsätze der Deutschen Forschungsgemeinschaft 8.050 Euro pro Monat für berufene Professorinnen und Professoren nicht überschreiten (Bruttoarbeitgeberkosten einschließlich Zusatzversorgung, vermögenswirksamen Leistungen, Jahressonderzahlungen etc.). Ausnahmen sind zu begründen.

5.    Antragsberechtigte
Anträge werden von der Gastgeberin oder dem Gastgeber des BIH gestellt. Gastgeberin oder Gastgeber des BIH können entweder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sein, die an der Charité ein CharitéCentrum, ein Institut oder eine Klinik oder am MDC einen Forschungsschwerpunkt oder eine Forschungsgruppe leiten. Die Anträge werden jeweils für die gewünschte oder den gewünschten BIH Visiting Professor gestellt und mit ihr/ihm entsprechend erarbeitet. Die/der gewünschte BIH Visiting Professor muss auf dem jeweiligen lebenswissenschaftlichen Fachgebiet eine führende Wissenschaftlerin bzw. ein führender Wissenschaftler sein.2 Sie oder er kann in Deutschland oder im Ausland tätig sein oder sich bereits im Ruhestand befinden.

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2orientiert an der Karrierestufen „R4“ nach der Definition der Europäischen Kommission. Vgl. European Commission: Towards a European Framework for Research Careers. Brüssel 2011. Hyperlink

6.    Antrag und Auswahlprozess
Im Antrag ist nachzuweisen, dass die/der gewünschte BIH Visiting Professor über die für eine führende Wissenschaftlerin bzw. einen führenden Wissenschaftler erforderliche wissenschaftliche Qualifikation verfügt.
Im Antrag ist außerdem darzulegen, welchem Vorhaben die Gastgeberin oder der Gastgeber im BIH und die/der gewünschte BIH Visiting Professor während seines Arbeitsaufenthalts nachgehen möchten. Förderwürdig sind Vorhaben mit einer der folgenden Dimensionen:

  • Beratung und konkrete Unterstützungsmaßnahmen zur Weiterentwicklung eines vorhandenen Forschungsprogramms,
  • Konzeption und Anbahnung eines neuen auf mehrere Jahre angelegten Verbundprojektes oder
  • Mentoring und inhaltliche Begleitung einer bestimmten Nachwuchswissenschaftlerin oder eines bestimmten Nachwuchswissenschaftlers, die/der in der gastgebenden Einheit beschäftigt ist, insbesondere in Hinsicht auf konkrete und für die Einzelperson vielversprechende wissenschaftliche Projekte.

In allen Dimensionen wird erwartet, dass am Ende der Förderung durch die Stiftung Charité ein Antrag zur Einwerbung von kompetitiv vergebenen Geldern großer Förderorganisationen wie zum Beispiel der Deutschen Forschungsgemeinschaft oder dem European Research Council vorliegt. Abhängig von der Dimension sollte der Antrag gestellt werden von (a) der beratenen gastgebenden Einheit des BIH allein, (b) der gastgebenden Einheit des BIH gemeinsam mit dem BIH Visiting Professor und ihrer/seiner Heimatinstitution sowie ggf. weiteren Partnern oder (c) von der mentorierten Nachwuchswissenschaftlerin oder dem mentorierten Nachwuchswissenschaftler in der gastgebenden Einheit des BIH.

Bei der Darstellung des Vorhabens sollte insbesondere ersichtlich werden, welcher Mehrwert für den jeweiligen Arbeitsbereich der Charité oder des MDC und das nationale und internationale Kooperationsnetzwerk des BIH insgesamt generiert wird und wie die Zusammenarbeit zwischen der/dem BIH Visiting Professor, ihrer/seiner Heimatinstitution und dem BIH auch über die Dauer des Arbeitsaufenthalts fortgesetzt werden soll. Das Vorhaben kann explizit auch zum Aufbau von neuen Kooperationsbeziehungen für das BIH genutzt werden.

Die Antragstellung erfolgt unter Verwendung der von der Stiftung Charité zur Verfügung gestellten Antragsformulare.

Bei der Antragstellung und im Falle der Förderung sind die Regeln zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und die ethischen Prinzipien des Rahmenprogramms der Europäischen Union für Forschung und Innovation (Horizon 2020) einschließlich des European Code of Conduct for Research Integrity einzuhalten. Darüber hinaus gelten die Bewilligungsgrundsätze der Stiftung Charité.

Anträge werden bei der Stiftung Charité eingereicht. Die Stiftung Charité holt vom Vorstand des BIH eine Stellungnahme zu jedem einzelnen Antrag ein, die im weiteren Auswahlverfahren berücksichtigt wird. Die Förderentscheidung trifft der in der Stiftung Charité für die Private Exzellenzinitiative Johanna Quandt eingesetzte Wissenschaftliche Beirat.

7.    Fristen / Termine

28. Februar 2017

Bewerbungsfrist

8.    Ansprechpartner
Dr. André Lottmann
Stiftung Charité
Karlplatz 7
10117 Berlin
Telefon: +49 (0)30 450 570 - 586
Telefax: +49 (0)30 450 7570 - 959
E-Mail:   lottmann(at)stiftung-charite.de

 

Förderungen

2016

  • Prof. Dr. Hannah Monyer, Medical Faculty at the University of Heidelberg and DKFZ, Gastgeber: Prof. Dr. Dietmar Schmitz (Charité), Forschungsprojekt: “Inhibition in the context of cortical columnar organization"
  • Prof. Dr. Steffen Gay, University Hospital Zurich, Gastgeber: Prof. Dr. Gerd-Rüdiger Burmester (Charité), Forschungsprojekt: “Development of Novel Biomarkers for the Detection of Response to anti-rheumatic drugs"
  • Dr. Michael Potente, Max Planck Institute for Heart and Lung Research, Gastgeber: Prof. Dr. Holger Gerhardt (Max-Delbrück Centre for Molecular Medicine), Forschungsprojekt: “Mechanisms of vessel size regulation - role of YAP/TAZ signaling"

Bewerbungsfrist
28. Februar 2017

PROGRAMMINFORMATION

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