Preisträger 2017

 

Projekttitel: Etablierung eines raschen Screenings auf Hochrisikokeime bei Früh- und Neugeborenen auf der Intensivstation

Antragsteller: Dr. rer. medic. Lina Sciesielski, Prof. Dr. med. Christof Dame

Dr. Lina Sciesielski und Prof. Dr. Christof Dame aus der Klinik für Neonatologie wurden für die Etablierung einer auf Polymerase-Kettenreaktion (PCR) basierten Screening-Methode zum Nachweis einer Besiedlung mit Serratia marcescens sowie multiresistenten gramnegativen Infektionserregern (MRGN) im Rachen- oder Rektalabstrich von Hochrisiko-Frühgeborenen und schwer kranken Neugeborenen ausgezeichnet. Durch die PCR-Diagnostik lässt sich innerhalb einer 8-Stunden-Schicht der Besiedlungsstatus mit Problemkeimen klären. Diese Methodik ermöglicht im Vergleich zur mikrobiologischen Anzüchtung eine deutlich frühere Entscheidung für geeignete Hygiene- und Therapiemaßnahmen und verbessert so die Patientensicherheit. Die verringerte Häufigkeit nosokomialer Infektionen wird sich auch auf die entwicklungs-neurologische Prognose der Früh- und Neugeborenen positiv auswirken. Mit dem molekularbiologischen Screening werden die vom Robert-Koch-Institut (RKI) geforderten Maßnahmen für eine effektive Infektionsprävention bei Früh- und Neugeborenen maßgeblich unterstützt. Das Projekt wird von der Stiftung Charité mit 61.520 € unterstützt.

Projekttitel: Verbesserung der Fehlerkultur an Forschungseinrichtungen durch LabCIRS - ein Berichtssystem für kritische Ereignisse

Antragsteller: Dr. med. Sebastian Major, Dipl.-Ing. Ingo Przesdzing, Dipl. Biochem. Claudia Kurreck

In einem komplexen Arbeitsumfeld existieren viele potentielle Fehlerquellen, die die Qualität der Arbeit verschlechtern, Ressourcen verschwenden sowie Personen gefährden. Zur Verringerung solcher Fehler werden beispielsweise in der Luftfahrt oder im Klinikbetrieb anonyme „Meldesysteme für kritische Ereignisse“ (Deutsch für Critical Incident Reporting System, kurz CIRS) eingesetzt. In der biomedizinischen Forschung ließen sich solche Systeme aber bis dato nicht finden.

Um diese Lücke zu schließen wurde in der Abteilung für Experimentelle Neurologie eine erste Version des LabCIRS für die abteilungsinterne Nutzung entwickelt, dass dazu beitrug die Qualität der Forschungsarbeiten zu verbessern, die Labore sicherer zu machen und eine positive Fehlerkultur entstehen zu lassen.  Gefördert durch die Stiftung Charité mit 20.000€ wurde dieses System zur Meldung und Verarbeitung kritischer Ereignisse in präklinischen Forschungseinrichtungen zu einem Charité-weit verfügbaren mandantenfähigen Instrument weiterentwickelt, das allen interessierten Grundlagenforschungseinrichtungen zur Verfügung steht. Mit Hilfe des LabCIRS können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anonym kritische Ereignisse melden. Diese Meldungen werden vertraulich innerhalb der Einrichtung behandelt und die getroffenen Maßnahmen für alle Abteilungsmitglieder veröffentlicht. Der LabCIRS-Code steht als Open Source Software auf GitHub (https://github.com/majors/labcirs) auch außerhalb der Charité der Forschungsgemeinschaft zur Verfügung. 

 

 

Fotos: Charité-Neujahrsempfang 2017 / Foto: Wiebke Peitz, © Charité