BIH Charité Clinician Scientists

Die medizinische Grundlagenforschung in Deutschland ist exzellent, die Forschungsergebnisse kommen jedoch zu selten bei Patientinnen und Patienten an. Die universitäre Facharztweiterbildung bietet neben klinischen Routinetätigkeiten wenig Raum für translationale Forschung. Die „Feierabendforschung“ führt zu einer Doppelbelastung, aufgrund derer sich immer mehr junge Ärztinnen und Ärzte entweder aus der klinischen Forschung oder vom Wissenschaftsstandort Deutschland verabschieden. Zudem fehlen in der Folge echte Innovationen bei Medikamenten und Medizinprodukten.

Hier setzt das Clinician Scientist-Programm des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung (Berlin Institute of Health, kurz: BIH) und der Charité - Universitätsmedizin Berlin an. Dessen langfristiges Ziel ist es, eine neue Stellenkategorie und damit einen eigenen Karrierepfad für klinische Forscherinnen und Forscher zu etablieren. Das Programm bietet eine strukturierte Facharztweiterbildung, die erstmals in Deutschland hinreichend „protected time“ für klinische Forschung enthält. Große Anteile der Forschungszeiten werden dabei von der Ärztekammer Berlin für die fachärztliche Weiterbildung anerkannt. Begleitend absolvieren die Teilnehmenden ein überfachliches Curriculum und werden so optimal auf eine Karriere als klinische Forscherinnen und Forscher vorbereitet.

Derzeit werden 108 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Clinician Scientist Programm gefördert, die aus allen klinischen Disziplinen stammen. Vorläufer dazu war das „Friedrich C. Luft-Clinical Scientist-Pilotprogramm", das von 2011 an mit acht Teilnehmerinnen und Teilnehmern durch Mittel der VolkwagenStiftung und der Stiftung Charité ermöglicht wurde. Inzwischen beteiligen sich alle Graduiertenschulen und Exzellenzcluster an der Charité; weitere Stellen werden durch die Private Exzellenzinitiative Johanna Quandt, die Charité und das BIH zur Verfügung gestellt. Die Ausschreibung aller Stellen erfolgt zentral zweimal pro Jahr. Der Auswahlprozess sieht eine erste Auswahl auf Grundlage der schriftlichen Bewerbungen sowie in einer zweiten Stufe die finale Entscheidung basierend auf kurzen Präsentationen der Bewerber zu ihren Forschungsprojekten im Rahmen eines öffentlichen Kolloquiums vor. Für die Auswahl der Teilnehmer ist das Clinician Scientist Board verantwortlich, das sich aus internen sowie externen Mitgliedern zusammensetzt.

Inzwischen sehen sowohl der Wissenschaftsrat (siehe hier) als auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (siehe hier) das Clinician Scientist-Programm in Berlin als bewährtes Vorbild, um die klinische Forschung in der Phase der fachärztlichen Weiterbildung gezielt zu unterstützen. Der Wissenschaftsrat hat daraus im Oktober 2016 gar die Empfehlung abgeleitet, dass in Anlehnung an das Berliner Programm an allen Standorten in Deutschland „künftig fünf bis acht Prozent der Ärztinnen und Ärzte, die ihre Facharztweiterbildung an Universitätsklinika absolvieren […]  als Clinician Scientists“ (S. 29) qualifiziert werden sollten. Das von der Stiftung Charité und der VolkswagenStiftung gestartete Clinician Scientist-Programm in Berlin dient dabei gern als erfolgreiches Modell.

Weitere Informationen und aktuelle Ausschreibungen finden Sie auf der Webseite des BIH.

FÖRDERUNGEN AUS DEN MITTELN DER STIFTUNG CHARITÉ

  • Dr. Sabine Bélard
  • Dr. Federico Collettini
  • Dr. Leif-Christopher Engel
  • Dr. Bernd Hewing
  • Dr. Philipp Jakob
  • Dr. Reiner Jumpertz-von Schwartzenberg
  • Dr. Laura-Nanna Lohkamp
  • Dr. Josefine Radke
  • Dr. Katharina Schmack
  • Dr. Benjamin Strücker


  • PD Dr. Peter Bobbert
  • PD Dr. Marcus Czabanka
  • PD Dr. Falk von Dincklage
  • Dr. Andreas Fischer
  • Dr. Julia Kase
  • Dr. Alexander Kowski
  • Dr. Anna-Karina Maier
  • PD Dr. Michael Scheel