Die Research to Market Challenge

Ein Ideenwettbewerb der großen Berliner Universitäten und der Charité

Bei der Research to Market Challenge handelt es sich um einen Wettbewerb, bei dem Geschäfts- und Gründungsideen, die auf Forschungsergebnissen der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin und der Charité basieren, ausgezeichnet werden. Der Wettbewerb wurde 2014 von der Freien Universität gemeinsam mit der Charité ins Leben gerufen, mit der Absicht, den Transfer guter Ideen mit Marktpotenzial zu erleichtern und zu fördern. In den Kategorien „Digital“, „Life Sciences & Health“ und „Cultural & Social“ werden seither jedes Jahr jeweils die drei besten Projekte gekürt. Ausgerichtet wird der Wettbewerb im Verbund der Berliner Universitäten.

Die Stiftung Charité ist von Beginn an als Kooperationspartner an der Research to Market Challenge beteiligt. Sie gibt neben anderen unabhängigen Juroren ihre Stellungnahme zu den eingereichten Anträgen in der Kategorie „Life Sciences & Health“ ab und stiftet das Preisgeld in dieser Kategorie. Weitere Kooperationspartner sind die Ernst Reuter Gesellschaft, die Humboldt-Universitäts-Gesellschaft, die Gesellschaft von Freunden der TU Berlin, die Berliner Sparkasse und die IBB Business Team GmbH.

Der Wettbewerb besteht aus zwei Runden: In der ersten Runde reichen die Teilnehmer eine maximal dreiseitige Ideenskizze ein. Die Urheber der zehn am besten bewerteten Projektideen aus jeder Wettbewerbskategorie bekommen die Möglichkeit ihre Ideenskizzen mit der Hilfe von Experten in einem eintägigen Workshop weiterzuentwickeln. In der zweiten Runde des Wettbewerbs werden die ausgearbeiteten Konzepte erneut eingereicht und von einer Jury mit Blick auf Innovationsgehalt, Forschungsbezug, Realisierbarkeit und Kundennutzen bewertet.

Die drei besten Anträge aus jeder Kategorie werden jeweils im Sommer bei der Abschlussveranstaltung vorgestellt und ausgezeichnet. Dabei werden Preisgelder in Höhe von insgesamt 9.000 Euro vergeben.

Aus den Gewinnerprojekten Projekten der vergangenen Jahre sind bereits verschiedene Produkte und Unternehmensgründungen hervorgegangen.

Bewerben können sich Studierende, Doktoranden/innen, PostDocs, wissenschaftliche Mitarbeiter/innen und Alumni der jeweiligen Einrichtungen und deren kooperierender Forschungseinrichtungen in Berlin und Brandenburg. Dabei ist die Teilnahme sowohl als Einzelpersonen oder im Team möglich. Alle weiteren Informationen zum Ablauf und zur Teilnahme an der Research to Market Challenge finden Sie unter:  http://www.marketchallenge.de/index.html

Gewinnerprojekte aus der Kategorie Life Sciences & Health:

1. Platz: CoViCide
Eine antivirale Polymer-Beschichtung für Schutzkleidung und beliebige Oberflächen. Die hydrophile Sprühbeschichtung saugt durch negative Ladungen Aerosoltropfen bei Kontakt auf, bindet das Virus und inaktiviert es strukturell.

2. Platz: Optiplan
Ein automatischer Planer für effiziente Touren von ambulanten Pflegediensten: Die Lösung besteht in einem Algorithmus, der automatisch die Einsatzrouten der Pflegekräfte berechnet. Das heißt, wer am besten wann zu wem fahren sollte.

3. Platz: Viskit
VISKIT ist ein System zur standardisierten Erfassung und Auswertung von nosokomialen Infektionen und Antibiotika-Einsatz in der Tiermedizin. Das VISKIT-System besteht aus einem Webservice für Hygienebeauftragte und einer mobilen Anwendung für Tierärztinnen und Tierärzte beziehungsweise Tierpflegerinnen und Tierpfleger.



1. Platz: Green DiagNose
Green DiagNose ist ein intelligentes System, dass Pathogene und Parasiten meldet, lokalisiert und identifiziert - und dies kurz nach einem Befall oder einer Infektion. In Kombination mit einer intuitiven Software erhält der Gewächshausbetreiber eine integrierte Management-Lösung für einen optimalen organischen Cannabis-Anbau.   

2. Platz: FLURINOCYTE
Das Team Flurinocyte hat eine Methode entwickelt, mit der verschiedene Nierenerkrankungen anhand von Urinproben diagnostiziert werden können. Bisher war dazu häufig eine invasive Nierenbiopsie notwendig. Das Analyse-Kit ermöglicht nun, erhöhte Mengen an Nieren- und Immunzellen im Urin als Biomarker im Routinelabor nachzuweisen.

3. Platz: DiNaE
Die Softwarelösung DiNaE bietet eine digitale und nichtinvasive Diagnose und Therapieplanung für Patienten, die unter einer Behinderung der Nasenatmung leiden und lässt sich effizient in der klinischen Routine von HNO-Praxen einsetzen.



1.  Platz: SmartCor
Eine Software zur Diagnose und Therapieplanung für Patienten mit Herzinsuffizienz und Herzklappenerkrankungen. Die Anwendung erweitert die diagnostischen Möglichkeiten konventioneller bildgebender Verfahren und stellt mehr Informationen für die Diagnose bereit.

2. Platz: DiAvEn
DiAvEn nutzt Ultra-Breitband-Technologie (UWB), um Drohnen in Innenräumen präzise zu lokalisieren und zu steuern. Mit der bis dato gängigen GPS-Technologie ist der autonome Betrieb von Drohnen in Gebäuden aufgrund unzureichender Signale oft nicht möglich.

3. Platz: AlphaLink
Eine innovative Technologie für unbemannte Mehrkörperflugzeuge. Mehrere Flugzeugmodule werden an den Flügelspitzen über mechanische Gelenke verbunden. Es entsteht ein Flügel mit hoher Streckung, der im Vergleich zu Einzelflugzeugen eine längere Flugdauer oder höhere Nutzlast ermöglicht.



1. Platz: PoGoN
Das Team hat ein Verfahren entwickelt, um durch einen chemischen Prozess aus Graphit energieeffizient intaktes Graphen mit polarer Oberfläche und einzigartiger Qualität herzustellen und auf Trägermaterialien abzuscheiden. Mit diesem Verfahren sollen sogenannte polare Graphen-„Suchernetzchen“ (TEM-Grids) hergestellt werden, die in der Elektronenmikroskopie und Nanotechnologie benötigt werden, um kleinste Strukturen sichtbar zu machen. 

2. Platz: FertiLac
Das Team von FertiLac entwickelte eine Behandlungsform für die häufig auftretenden Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut bei Milchkühen auf Basis von probiotischen Bakterien. Im Vergleich zur gängigen Behandlung mit Antibiotika, wirkt sich die vorgestellte Therapie positiv auf die Fruchtbarkeitsraten der Tiere aus.

3. Platz: Fixatas
Hinter diesem Projekt verbirgt sich eine chirurgische Knotenvorrichtung für den Einsatz in der minimalinvasiven Chirurgie, die den Operationsaufwand vereinfachen und die Operationszeit deutlich verkürzen soll.